Der Preis darf nicht alleiniges Kriterium für den Waldverkauf sein
Zur geplanten Zuschlagserteilung am Montag für den Wald in Dänisch-Nienhof erklären die Bundestagsabgeordnete Ingrid Nestle und die Landtagsabgeordnete Marlies Fritzen:
Es ist bedauerlich, dass im Vorfeld nicht alle Möglichkeiten ausgelotet werden konnten, ob und wie dieser wertvolle Küstenwald in Hände gerät, die einer naturnahen Bewirtschaftung und der Nutzung durch die anliegende Gemeinde gleichermaßen gerecht werden.
In den letzten Tagen ist von verschiedenen Seiten noch einmal die Bitte um Unterstützung an uns herangetragen worden. Unsere Telefonate mit dem Bundesfinanzministerium und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) haben leider keine weiteren Möglichkeiten mehr aufgezeigt, Einfluss auf den Verkauf zu nehmen.
Deshalb haben wir die BImA in einem Brief gebeten:
"Lassen Sie sich bei der Vergabe nicht ausschließlich vom höchsten Gebot leiten. Achten Sie darauf, dass der Zuschlag an jemanden geht, der sowohl ökologische als auch regionale Interessen verbindlich beachten wird.
Honorieren Sie ein verbindliches Konzept für die regionale Nutzung.
Der Küstenwald hat für die Region eine überdurchschnittliche hohe Bedeutung als Naherholungsgebiet. Der freie Zugang zum Wald, der Unterhalt seiner Wander- und Spazierwege sowie der Erhalt der alten und sehr alten Bäume sind für die Gemeinde Schwedeneck in touristischer Hinsicht und für die Lebensqualität vor Ort essentiell.
Honorieren Sie ökologische Aspekte.
Der Wald hat für Klima-, Küsten- und Naturschutz eine herausragende Bedeutung. Der größte Teil gehört zum Landschaftsschutzgebiet „Küstenlandschaft Dänischer Wohld“, fast 27 ha liegen im FFH-Gebiet „Südküste der Eckernförder Bucht und vorgelagerte Flachgründe“. Jeder vierte Baum ist 41 bis 60 Jahre alt, jeder siebte sogar 61 bis 80 Jahre. Dieses Kleinod der Natur muss in seinem Charakter erhalten bleiben. Wenn bei Sturm die Brandung am Steilufer nagt, halten die tiefen Wurzeln der alten Bäume das Land fest.
Nur ein nachhaltiges, naturnahes Wirtschaftskonzept für den Wald kann seinen Fortbestand sichern."
Für die BImA geht es bei dem Zuschlag maximal um eine finanzielle Differenz. Für die Gemeinde und die Menschen in der Region geht es um viel mehr: Es geht um den Erhalt einer Erholungsfläche, die über Jahrzehnte gewachsen ist und das Gesicht der Region nachhaltig prägt.
Grüne in Schleswig-Holstein

