28. Oktober 2011

Netzrendite: Investitionen und Innovationen statt Gießkannen-Prinzip

Netzrendite: Investitionen und Innovationen statt Gießkannen-Prinzip

Zur Bekanntgabe der Netzrendite von 9,05 Prozent für die kommende Regulierungsperiode durch die Bundesnetzagentur erklärt Ingrid Nestle, Sprecherin für Energiewirtschaft:

Der Kampf um die Netzrendite zwischen Netzbetreibern und Bundesnetzagentur ist ausgefochten. Die Bundesnetzagentur ist dem Ruf der Netzbetreiber nach einer attraktiveren Rendite entgegengekommen. Für die Verbraucher gibt es praktisch keine Entlastung. Zusätzlich hat die Bundesregierung Großverbraucher komplett von den Netzentgelten befreit und eine Gesetzeslücke zugunsten der Netzbetreiber bewusst nicht geschlossen. Für die Strom- und Gaskunden bedeutet dies Milliarden-Mehrkosten – und die haben nichts mit der Energiewende zu tun.

Wir wollen Investition und Innovation belohnen. Die Netzentgelte der Kunden müssen so zielgerichtet wie möglich eingesetzt werden. Die Netzrendite mit der Gießkanne hoch zu halten, bringt noch keinen Kilometer zusätzliche Leitung, denn die Anforderungen der Energiewende treffen die Netzbetreiber sehr unterschiedlich – eine höhere Rendite bekommen alle. Deshalb wollen wir viel mehr Spielraum für neue Investitionen schaffen. Gerade für Verteilnetzbetreiber muss noch vieles verbessert werden.

Die Möglichkeit hierfür bietet die anstehende Novelle der Anreizregulierungsverordnung. Aber die Bundesregierung schiebt dieses wichtige Projekt seit Monaten vor sich her. In den Verteilnetzen brauchen wir jetzt Luft für Investitionen. In den Übertragungsnetzen müssen innovative Technologien Einzug halten. Hier ist das Geld besser angelegt als in der pauschalen Netzrendite.