17. März 2011

Panikmache bei Strompreisen durch AKW-Abschaltung

Panikmache bei Strompreisen durch AKW-Abschaltung

Erneuerbare Energien machen Strompreise stabil – im Gegensatz zur Atomkraft.

Mittelfristig führt der Umstieg auf Erneuerbare Energien nicht zu höheren Strompreisen. Denn die Erneuerbaren Energien senken die Preise an der Strombörse. Sie liefern schon 17% des Stroms. Die acht jetzt sofort abgeschalteten Atomkraftwerke haben 2009 lediglich 5,4% zur deutschen Stromversorgung beigetragen.

Wenn jetzt kurzfristig die Preise an der Strombörse steigen, werden die wahren Kosten der Atomkraft teilweise sichtbar. Das Risiko von Großunfällen wird fast vollständig auf die Bevölkerung abgewälzt – inklusive des Risikos von Preissprüngen, wenn nun hektisch auf Erkenntnisse aus den Katastrophen in Japan reagiert wird. Ein geregelter Ausstieg hingegen ermöglicht langfristige Planung und Preisstabilität.

Strompreiserhöhungen für die Endverbraucher wären jetzt unverschämt. Zahlreiche Preissenkungen an der Strombörse wurden nicht voll an die Verbraucher weitergegeben. Insbesondere die großen Atomkonzerne streichen seit Jahren Milliardengewinne ein. Sie profitierten von dem nicht funktionierenden Wettbewerb auf dem Strommarkt. Abgeschriebene Atomkraftwerke machten den Strom nicht billiger, sondern haben die Gewinnmargen der Atomkonzerne erhöht.

Hintergrund:

Heute schon haben erneuerbare Energien eine Strompreis senkende Wirkung. Denn je mehr Ökostrom an der Börse gehandelt wird, desto stärker sinkt der Beschaffungspreis für die Energieversorger. Dieser Effekt wird sich mit mehr Ökostrom verstärken und die Strompreisentwicklung dämpfen.

Einige der Atomkraftwerke, die jetzt abgeschaltet werden sollen, waren schon längst wegen Störungen und Revisionen  nicht mehr am Netz.  2009 produzierten diese sieben ältesten AKWs und das Pannen-AKW Krümmel brutto 32 TWh Strom in Deutschland. Die Erneuerbaren liefern heute schon 17%. Exportiert wurden aus Deutschland im Jahr 2009 14 TWh, im Jahr 2010 waren es schon 17 TWh.

Die ältesten Reaktoren und Krümmel können also dauerhaft problemlos ersetzt werden.

Zusätzlich lassen sich durch kostenneutrale Effizienzmaßnahmen schon heute circa 20 % des Stromverbrauchs einsparen. Das entspricht ungefähr dem Anteil von Atomstrom im deutschen Netz. Jeder kann also bei sich zu Hause weniger verbrauchen und so den ganzen Atom-Strom wegsparen!

Das Kartellamt stellte erst dieses Jahr wieder fest, dass Anreize und Möglichkeiten für die vier marktbeherrschenden Unternehmen bestehen, den Strompreis zu manipulieren. Jetzt muss darauf geachtet werden, dass die geplante Markttransparenzstelle, die die Preise überwacht, so schnell wie möglich ihre Arbeit aufnehmen kann.  Denn ansonsten besteht das Risiko dass unter dem Deckmantel der Katastrophe in Japan die Energiekonzerne die Preise ungerechtfertigt erhöhen.