17. März 2011

Schleswig-Holstein nicht von der atomaren Gefahr direkt in die CCS-Traufe schicken

Schleswig-Holstein nicht von der atomaren Gefahr direkt in die CCS-Traufe schicken

Zu der gestern von Rainer Brüderle angekündigten „Vorantreibung von CCS“ angesichts der derzeitigen Atomausstiegsdebatte in Deutschland erklärt die grüne Bundestagsabgeordnete Ingrid Nestle:

Das Restrisiko des technischen Versagens besteht bei jeder Technologie. Bei CCS ist dieses Restrisiko verknüpft mit einer großen Gefährdung für Gesundheit und Leben. Das Abschalten der Atomkraftwerke darf jetzt nicht dazu führen, dass sich die Bundesregierung der Kohle und der CO2-Verklappung zuwendet. In Schleswig-Holstein sind die Bürgerinnen und Bürger mit großer Mehrheit gegen eine solche Technologie. Ministerpräsident Carstensen muss sich weiterhin so vehement gegen eine CCS-Anwendung in Schleswig-Holstein wehren.

Ministerpräsident Carstensen darf Schleswig-Holstein nicht von der atomaren Gefahr direkt in die CCS-Traufe schicken. Die acht jetzt abgeschalteten Atomkraftwerke sind für die sichere Stromversorgung in Deutschland in keinster Weise notwendig. Neue Kohlekraftwerken und der Einsatz von CCS sind deshalb überflüssig. Wir Grüne setzen auf eine Beschleunigung beim Ausbau der erneuerbaren Energien und mehr Anstrengungen bei der Energieeffizienz und beim Energiesparen. Neue Kohlekraftwerke und CCS lehnen wir ab.

Hintergrund

Auch bei CCS sind Bedenken hinsichtlich der Risiken für Gesundheit und Leben in keinster Weise ausgeräumt: der plötzliche Austritt großer Mengen CO2 kann tödlich sein, und das unter hohem Druck in den Untergrund verpresste Gas kann giftige Stoffe in das Grundwasser drücken.

Auch wenn alle Atomkraftwerke beschleunigt stillgelegt werden, können Kohlekraftwerke mit CCS kein Beitrag zum Klimaschutz sein. Dass wir ab 2022 ohne neue Kohlekraftwerke und ohne CCS leichter in das Zeitalter der Erneuerbaren kommen als mit, haben wir schon längst vorgerechnet. Und in der Zeit vor 2020 steht CCS ohnehin nicht großtechnisch zur Verfügung. Es kann also keinerlei Beitrag zum schnelleren Atomausstieg liefern.

Zudem brauchen wir für die schrittweise Umstellung auf Erneuerbare Energien zur Ergänzung einen hochflexiblen Kraftwerkspark und keine schwerfälligen Kohlekraftwerke.

Der Weg Richtung 100% Erneuerbare Energien ist alternativlos und muss nun mit aller Konsequenz beschritten werden. Die Ereignisse in Fukushima unterstreichen dies. Neue Kohlekraftwerke sind Hindernisse auf diesem Weg und nicht mit einer zukunftsfähigen Energiepolitik vereinbar. Die CCS-Technologie bietet keinen Ausweg.