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15. Dezember 2010

Strompreiserhöhungen ungerechtfertigt

Strompreiserhöhungen ungerechtfertigt

Zu den heutigen Äußerungen von Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur, im Wirtschaftsausschuss, erklärt Ingrid Nestle, Sprecherin für Energiewirtschaft:

Die steigende EEG-Umlage ist kein ausreichender Grund für die gegenwärtigen Strompreiserhöhungen. Die Erneuerbaren werden als Sündenbock genutzt, um überhöhte Gewinne mancher Energieversorger zu kaschieren.

Auch der Präsident der Bundesnetzagentur Matthias Kurth findet es unfair, dass die Stromversorger die Erhöhung der EEG-Umlage ausnutzen, um die Strompreise über Gebühr zu verteuern. Im Wirtschaftsausschuss machte er deutlich, dass die Stromversorger an mehreren Punkten sogar deutliche Preissenkungspotentiale haben. So ist der Einkaufspreis für Strom seit 2008 stark gefallen, ebenso die Netznutzungsentgelte. Gleichzeitig haben die Versorger die Kosten, die sie für ihren Vertrieb ansetzen, in den vergangenen vier Jahren verzehnfacht.

Diese hohen Strompreise können sich die Versorger nur erlauben, weil 45 Prozent der Kunden immer noch bei ihrem Grundversorgungstarif geblieben sind. Durch einen Anbieterwechsel können die Verbraucherinnen und Verbraucher oft mehr Geld sparen, als sie insgesamt für die EEG‑Umlage zahlen müssen.

 

Hintergrundinformationen im aktuellen Monitoringbericht der Bundesnetzagentur:

http://www.bundesnetzagentur.de/cae/servlet/contentblob/191676/publicationFile/9294/Monitoringbericht2010Energiepdf.pdf;jsessionid=8D61E1EDC48C0564C307B98B6CCE13BB

Zum Beispiel:

Auf S. 43 in Abbildung 28 ist die Verzehnfachung der Vertriebskosten seit 2006 deutlich zu erkennen.

Auf S.103 zeigt Tabelle 18, dass die Stromversorger durchschnittlich 8,11 ct/kWh für Strombeschaffung, Vertrieb und Marge haben.

Die Beschaffung macht derzeit ca. 5 ct/kWh aus. Darüber hinaus bleibt also ein Spielraum von  über 3 ct/kWh für Preissenkungen. In diese 3 ct/kWh gehen auch die Kosten für den Vertrieb ein, für den die Stromversorger gegenüber der Bundesnetzagentur eine Kostenexplosion ausweisen: In 2006 lagen die Vertriebskosten noch durchschnittlich bei 0,18 ct/kWh, 2010 schon bei durchschnittlich 1,76 Cent. Das entspricht einer Verzehnfachung innerhalb von nur vier Jahren.